Jugendsozialarbeitsprojekte

Prävention und Jugendsozialarbeit sind wesentliche Aspekte in der Jugendarbeit. Der Begriff „Prävention“ umfasst in unserem Verständnis alle Bereiche in der Jugendarbeit.

Jedes Jahr wird ein Jugendsozialarbeitsprojekt gemeinsam mit Jugendlichen durchgeführt. Die Projekte widmen sich jugendspezifischen Themen, die im Vorfeld gemeinsam mit den Jugendlichen ausgesucht werden. Die Projekte werden von der koje (Koordinationsbüro für Offene Jugendarbeit und Entwicklung) und dem Land Vorarlberg unterstützt

Unser aktuelles Jugendsozialarbeitsprojekt

#jugendkulturmeetsart

Jugendliche haben in vielen Bereichen andere Interessen als Erwachsene. Deshalb schließen sich Jugendliche oft zu Gruppen zusammen und es entstehen verschiedene Jugendkulturen. Diese verschiedenen Gruppen und ihre unterschiedlichen Interessen werden von Erwachsenen teils oft kritisch teils sogar als negativ erlebt und wahrgenommen. Den Jugendlichen bieten sie aber die Möglichkeit sich als Teil einer Gruppe wahrzunehmen, gemeinsam zu agieren und auf Themen und Problematiken, wenn auch nicht immer auf positive Art und Weise, aufmerksam zu machen.

Da Ortsgrenzen für die Jugendlichen in dieser Hinsicht irrelevant sind, bereits ein gemeinsamer Raum (Skateparkt amKumma) vorhanden ist sowie gute Vernetzungsstrukturen entschieden sich die OJA Altach sowie die OJA Götzis gemeinsam das Projekt „#jugendkulturmeetsart – Erwerb von Diskurs- und Handlungskompetenzen im öffentlichen Raum“ durchzuführen.

In mehreren Projektmodulen werden mit den interessierten Mädchen: und Buben: beider Gemeinden ihre Jugendkulturen und Stärken in den Vordergrund gestellt. Mit künstlerisch-kreativen Ansätzen werden verschiedene Themen wie Jugendkulturen, Umgang mit Emotionen und Gefühlen, Stigmatisierung, Umwelt, Klimaschutz, DIY, Recycling, u. ä. gemeinsam mit den jungen Erwachsenen bearbeitet. Der künstlerische-kreative Ansatz bietet einen niederschwelligen Zugang zu teils schwierigen Themen und ermöglicht diese in einem lockeren Rahmen aktiv zu bearbeiten. Junge Menschen bekommen Raum für Selbstinszenierung und Eigenproduktion. Es wird Raum für Gespräche geschaffen. Zudem wirkt Kunst – auch in passiver Form – positiv auf die seelische und körperliche Gesundheit und dadurch wiederum positiv auf die Gemeinschaft.

Eines der Ziele dieses Projekts liegt darin, Jugendliche zu unterstützen, im öffentlichen Raum, in der Region präsent zu sein und sich zu zeigen. Ihr Wille, ihre Stärken und Ressourcen stehen im Mittelpunkt. Ziel des Projektes ist es auch den Jugendlichen verschiedene Experimentierfelder zur Verfügung zu stellen und ihre Handlungskompetenzen dadurch zu erweitern.

Begleitet wird das Projekt durch einen stark partizipativen Ansatz. Jugendbeteiligung soll erkannt, gelebt und gelernt werden. Durch die aktive Beteiligung der Jugendlichen werden die Buben: und Mädchen: bestärkt ihre Ideen einzubringen und gemeinsam mit Unterstützung von Expert:innen umzusetzen, wodurch Empowerment stattfindet. Somit wird mit den Jugendlichen und nicht für sie gearbeitet. Selbstwert und Selbstbewusstsein werden gestärkt. Im Rahmen der Ergebnissicherung werden mit den Jugendliche „Produkte“ erarbeitet, die auch nach dem Projekt sowohl für sie als auch die Gemeinden greifbar sind und nachhaltig wirken können.

Auf der Ebene der Erwachsenen soll eine Sensibilisierung und ein Diskurs stattfinden, der anregen soll mitzudenken und mitzureden. Da die Projektmodule nicht versteckt in den Jugendräumen, sondern vor allem im öffentlichen Raum stattfinden wird die Bevölkerung stets eingeladen mit den Jugendlichen in einen generationsübergreifenden Dialog zu treten. Alle diese Faktoren zusammen haben die Chance die Lebensqualität aller Personen in den zwei Gemeinden zu steigern.

Unsere Jugendsozialarbeitsprojekte der letzten Jahre:

2016 – New Generation

Beim Projekt „Next Generation – Mach mit“ standen die Fragen rund um die eigene Identitätsfindung – „Wer bin ich? Was darf ich? Was darf ich nicht? Wie mache ich auf mich Aufmerksam etc. – ?“ im Mittelpunkt. Da die Jugendphase besonders wichtig für die Identitätsbildung ist brauchen, die Jugendlichen Raum und Platz diese Fragen zu stellen und kritisch zu beleuchten, wie auch zu experimentieren. Mittels verschiedener Methoden bearbeiteten wir das Thema geschlechtergemischt sowie geschlechtergetrennt. Da das Thema besonders für 10-14 Jährigen brisant war konzentrierten sich die einzelnen Elemente auf diese Altersgruppe.

Mit dem Projekt erreichten wir das Ziel einen ersten gemeinsamen Schritt zu gehen und in das Thema der Identitätsfindung einzusteigen. Daran soll im folgenden Jahr angeknüpft werden.

2015 – Neue Wege

Mittels des Projekts wurden Strategien für den persönlichen Umgang mit Gewalt, Respekt, Frustration und Aggression mit Jungen: und Mädchen: erarbeitet und reflektiert. Durch die verschiedenen Aktionen wurden den Jugendlichen ihr kreatives und positives Potential und alternative Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt  und erarbeitet.

Die 4 Säulen des Projekts:

  • Workshops zum Thema Gewalt in Kooperation mit der Musikmittelschule Götzis
  • Selbstbehauptungstage für Mädchen:
  • Hüttentage für Jungen:
  • Abschluss- und Reflexions Workshop

 

2014 – DIA:LOG

Die Idee des Projekts entstand durch Gespräche mit Jugendlichen über deren Anliegen, Wünsche und Themen. Dabei entstand der Projekttitel DIA:LOG. Im Mittelpunkt des Projekts standen nicht die verbale Sprache, das Herkunftsland, die Religion, der soziale Stand, sondern die Möglichkeit in einen respektvollen DIA:LOG mit seinem Gegenüber zu treten.

Ziel des Projektes ist es die Jugendlichen dabei zu unterstützen ihre Projektidee umzusetzen und sich zu präsentieren und gleichzeitig damit Vorurteile und Verhaltensmuster im Umgang mit Jugendlichen konstruktiv abzubauen und positive Formen der Kommunikation mit und unter ihnen zu schaffen. Gewaltinteraktionen, die durch Vertreibung, Ausgrenzung, Perspektivenlosigkeit und Stigmatisierung entstehen, werden dadurch reduziert.

Die einzelnen Module des Projekts:

  • Projektgestaltung mit den Jugendlichen
  • Jugendsprache kennen und verstehen
  • HipHop und die Medien
  • Selbstbewusste Mädchen:/ Selbstbewusste Jungen:
  • Outdoor Aktionstage
  • Öffentlichkeitsarbeit – wir zeigen uns in der Gemeinde

2012 – Space Act

Jugendliche wurden unterstützt, im öffentlichen Raum präsent zu sein, ihn zu gestalten und zu nutzen. Denn Jugendliche sind an öffentlichen Plätzen vermehrt nicht mehr willkommen. Der öffentliche Raum wird durch vorwiegend wirtschaftliche Interessen unserer Gesellschaft mit Verboten für freiheitsliebende Jugendliche stark eingeschränkt und bietet ihnen wenig bis überhaupt keine Gestaltungsmöglichkeiten mehr.

Anhand verschiedener Aktionen und Interventionen entstand ein Angebot für Jugendliche, dass ihnen Möglichkeiten boten vorhandene bereits angeeignete Räume auszubauen bzw. neue Impulse ihrer Raumaneignung aufzunehmen und sie dabei zu stärken.

2011 – Kraftraum

In 5 Modulen wurde über Gewaltprävention mit dem Themenschwerpunkt Mobbing informiert. Dabei wurden Impulse der Jugendlichen und der mobilen Jugendarbeit aufgegriffen und bearbeitet. Die Aktionen fanden hauptsächlich im öffentlichen Raum statt.

Abgeschlossen wurde das Projekt mit einer Workshopreihe sowie Podiumsdiskussion zum Thema „Mobbing betrifft uns alle“

2010 – Gewalt Ohne uns

Das Projekt wurde für Jugendliche im Alter von 13 bis 20 Jahre für 2 angrenzende Regionen entwickelt. Leitfaden des Projektes war ein Anti-Gewalt-Pass, bei dem die Jugendlichen bei unterschiedlichen Aktionen Punkte sammeln können. Die gesammelten Punkte konnten die Jugendlichen  anschließend bei Jugendrelevanten Veranstaltungen und Freizeitangeboten in den Regionen einlösen.

Um möglichst eine breite Palette der Jugend zu erreichen war ein abwechselndes Programm zwischen Niederschwelligkeit und höherschwelligem Angebot erforderlich. Durch die Niederschwelligkeit der Angebote sollen die Jugendlichen erreicht und angesprochen werden. Mit dem höherschwelligem Angebot wird die Problematik aufgegriffen und Verhaltensmuster analysiert bzw. neue Lösungsstrategien entwickelt.

Das Projekt war auf 3 Ebenen ausgerichtet.

  • Erlebnisorientierte Körperarbeit
  • Aktive Auseinandersetzung mit dem Thema mittels Workshops, Trainings und Vorträgen
  • Analysieren von Umgangsformen und Entwicklung von Lösungsstrategien

2009 – Gewalt ohne mich

Mädchen: sind in den letzten Jahren hinsichtlich ihrer Rolle als Ge­walttäterinnen: verstärkt in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. Schlägereien sind nicht nur eine Domäne von Jungen: – auch immer mehr Mädchen: prügeln sich.

An öffentlichen Plätzen finden immer wieder Schlägereien statt, die von Mädchen: organisiert wurden.

Anhand des Gewaltpräventionsprojektes wurden den Mädchen: ein verantwortungsbewussten Umgang mit Gewalt und ein neuer Zugang zur Konfliktbewältigung aufgezeigt.