Internationaler Männer*tag

Fällt das Wort “Männer*tag” denken hierzulande die meisten an den mit Christi Himmelfahrt verknüpften “Herrentag”, an dem launige Männer*gruppen mit Bierkästen über Land ziehen. Doch beim tatsächlichen International Men’s Day, der seit dem Jahr 1999 am 19. November begangen wird, geht es um weit mehr. Dieser, von den Vereinten Nationen befürwortete Tag, soll auf Missstände im Umgang der Geschlechter miteinander aufmerksam machen.

Inmitten einer immer noch von Männern* dominierten Gesellschaft (Stichwort gleicher Lohn für gleiche Arbeit), fordert also der Aktionstag die Gleichstellung von Männern* ein! Absurd, Ignorant, Anmaßend? Mitnichten!

Familienstruktur im Wandel

Der Internationale Männer*tag wurde am 7. Februar 1992 von Professor Thomas Oaster ins Leben gerufen. Sieben Jahre später in Trinidad und Tobago wurde dann der internationale Männer*tag zum ersten Mal offiziell am 19. November begangen. Die Ziele, die die Initiative zum Weltmänner*tag verfolgt, stehen ausdrücklich nicht in Konkurrenz zum Internationalen Frauen*tag.

Unser Verständnis von Familie hat sich gewandelt. Die klassische Familie, in der der Mann* der Ernährer* und die Frau* die Hüterin* ist, ist nur noch eine Möglichkeit unter vielen. Patchworkfamilien sind häufig anzutreffen, in immer mehr Staaten sind gleichgeschlechtliche Eheschließung möglich und an den Schulen wird die Anerkennung von mehr als zwei Geschlechtern gelehrt. Es herrscht also ein gesellschaftliches Klima, dass es Menschen beiderlei Geschlechts ermöglicht neue – individuelle – Lebensentwürfe zu realisieren. Was den einen erfreut, besorgt den Nächsten. Insbesondere Männern* fehlt es häufig an einem persönlichen Gegenentwurf zum tradierten Rollenbild.

Irgendwo zwischen “Macho” und “Weichei”

Seit 1977 brauchen Frauen* nicht mehr die schriftlich Erlaubnis ihres Mannes* um arbeiten zu gehen. Die Scheidungsrate ist gestiegen  und bei Trennungen wird das Sorgerecht der gemeinsamen Kinder meist der Frau* zugesprochen.

Statistisch gesehen sind Männer* genauso häufig krank wie Frauen*, gehen aber seltener zum Arzt und sterben früher. Krisen setzen häufig schon im Kindesalter und in der Jugend ein. Jungen* sind häufig verhaltensauffälliger als Mädchen* und brechen öfter Schule und Ausbildung ab. Die Selbstmordrate ist bei Männern* drei mal höher als bei Frauen* und es gibt drei mal so viele obdachlose Männer*. Trifft der gesellschaftliche Wandel den Mann* also härter als die Frau*?

“Wann ist ein Mann* ein Mann*?” fragte Herbert Grönemeyer schon vor über zwei Jahrzehnten. Der Patriarch ist als Rollenbild überholt. Inzwischen sollen/wollen Männer* sensibel und einfühlsam sein, sich an der Kindererziehung aktiv beteiligen und Frauen* auf Augenhöhe begegnen. Gleichwohl ist gerade bei Männern* die berufliche Karriere nach wie vor Gradmesser für gesellschaftliche Anerkennung und “Weichei” ist eine grobe Beleidigung.

Wertschätzung

Seit 40 Jahren steht die Diskriminierung von Frauen* zunehmend stärker im Fokus von Öffentlichkeit, Medien, Gesetzgebern. Darüber rücken männliche* Interessen nicht selten in den Hintergrund. Zahlreiche weltweite Veranstaltungen am Internationalen Männer*tag würdigen die positiven Leistungen von Männern*, zeigen Missstände auf und stärken eine alternative männliche* Perspektive auf das Thema Gleichberechtigung. Der Internationale Männer*tag will also dazu beitragen, das Verhältnis der Geschlechter zueinander zu verbessern und Diskriminierung auf beiden Seiten abzubauen. Dafür braucht es das Zusammenwirken  von Frauen* und Männern* gleichermaßen.

Quelle: https://dertagdes.de/jahrestag/internationaler-maennertag/

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